{"id":38,"date":"2009-01-27T09:25:44","date_gmt":"2009-01-27T08:25:44","guid":{"rendered":"http:\/\/facharbeit.m-h-h.com\/?page_id=38"},"modified":"2025-10-23T09:54:26","modified_gmt":"2025-10-23T08:54:26","slug":"kriegszerstorungen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/facharbeit.martinhetterich.de\/?page_id=38","title":{"rendered":"Kriegszerst\u00f6rungen"},"content":{"rendered":"\n<p>Heidenfeld wurde in der Nacht vom 24. Februar 1944 auf den 25. Februar 1944 Opfer von zwei Angriffswellen der alliierten Luftwaffe. Da in der N\u00e4he von Garstadt ein Scheinflugplatz errichtet war, um die Bombenabw\u00fcrfe von der Industriestadt Schweinfurt abzulenken, wurden die Ortschaften s\u00fcdlich von Schweinfurt \u00fcberdurchschnittlich stark zerst\u00f6rt.<br>Die Dimensionen des Angriffs macht auch die Anzahl der beteiligten Flugzeuge klar: 266 Bomber in der ersten Angriffswelle und 660 in der zweiten warfen ihre Bomben auf Schweinfurt und Umgebung. (Quelle: <a title=\"\u201eO Herr, wir sind verloren\u201c - Als die Bomben fielen\" href=\"http:\/\/www.mainpost.de\/lokales\/schweinfurt\/-bdquo-O-Herr-wir-sind-verloren-ldquo-Als-die-Bomben-fielen;art763,4995628,1#__\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mainpost vom 25.02.2009<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4tten s\u00e4mtliche Bomben, die in den Wald s\u00fcdlich von Heidenfeld fielen die Ortschaft getroffen, &#8222;<em>w\u00e4r&#8216; Heidenfeld kaputt gewesen<\/em>&#8222;. Aber trotz der Tatsache, dass dies nicht eintraf wurde der Ort stark zerst\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gro\u00dfer Schaden f\u00fcr Landwirtschaft und Gewerbe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Scheunen und Hallen wurden besonders schwer getroffen, da die Luftangriffe auf Heidenfeld mit Brand- als auch mit Phosphorbomben geflogen wurden und die zu gro\u00dfen Teilen aus Holz errichteten Geb\u00e4ude leicht den Flammen zum Opfer fielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Agnes Duelli erinnert sich, dass circa &#8222;<em>60 Scheunen und Nebengeb\u00e4ude<\/em>&#8220; zerst\u00f6rt wurden. Konkretere Zahlen gibt eine Aufstellung der Sch\u00e4den von 1944. Um diese Zahlen aber f\u00fcr eine Auswertung brauchbar zu machen, muss man verschiedene Schadensausma\u00dfe unterschieden:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Total zerst\u00f6rt<\/li>\n\n\n\n<li>Au\u00dfenmauern erhalten<\/li>\n\n\n\n<li>Innenmauern erhalten<\/li>\n\n\n\n<li>Dachstuhl zerst\u00f6rt<\/li>\n\n\n\n<li>Dachstuhl teilweise zerst\u00f6rt<\/li>\n\n\n\n<li>Zimmerbrand<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<iframe title=\"Zerst\u00f6rung landwirtschaftlicher und gewerblicher Geb\u00e4ude durch die Luftangriffe vom 24.\/25. Februar 1944\" aria-label=\"Balken (gestapelt)\" id=\"datawrapper-chart-JQ6uF\" src=\"https:\/\/datawrapper.dwcdn.net\/JQ6uF\/1\/\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"width: 0; align: center; min-width: 60% !important; border: none;\" height=\"253\" data-external=\"1\"><\/iframe><script type=\"text\/javascript\">window.addEventListener(\"message\",function(a){if(void 0!==a.data[\"datawrapper-height\"]){var e=document.querySelectorAll(\"iframe\");for(var t in a.data[\"datawrapper-height\"])for(var r,i=0;r=e[i];i++)if(r.contentWindow===a.source){var d=a.data[\"datawrapper-height\"][t]+\"px\";r.style.height=d}}});<\/script>\n\n\n\n<p>Nach dieser Klassifizierung ergibt die Aufstellung sechs Scheunen, welche komplett nieder brannten. Bei 35 Scheunen waren lediglich die Au\u00dfenmauern noch erhalten. Bei drei Scheunen waren die Innenmauern von den Luftangriffen verschont geblieben. Zwei verloren ihren Dachstuhl bei zwei anderen war dieser lediglich teilweise zerst\u00f6rt.<br>Ein Stall wurde total zerst\u00f6rt. Von f\u00fcnf St\u00e4llen standen nach den aus den Angriffen resultierenden Feuern noch die Au\u00dfenmauern, bei ebenfalls f\u00fcnf St\u00e4llen waren die Innenmauern noch erhalten, bei 22 der Dachstuhl komplett abgebrannt.<br>Zwei Hallen wurden total zerst\u00f6rt, bei drei blieben die Au\u00dfenmauern erhalten und bei sechs Hallen brannte der komplette Dachstuhl ab.c<\/p>\n\n\n\n<p>Heidenfeld hatte zu Beginn des Krieges 112 Anwesen . Da der Ort zu diesem Zeitpunkt haupts\u00e4chlich aus Landwirten bestand, war also bei mehr als 50 % ein Geb\u00e4ude zerst\u00f6rt oder musste zumindest teilweise wieder aufgebaut werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Sonstige gewerbliche R\u00e4ume waren in Heidenfeld nicht in gro\u00dfer Anzahl vorhanden, daher wurde bei ihnen auch nur eine geringe Anzahl besch\u00e4digt: Vom Lagerraum des &#8222;Kolonialwarenhandels&#8220; von Kolonat Schwabach blieben nur die Au\u00dfenmauern stehen, bei der Schmiede von Karl Weippert waren auch die Innenmauern unzerst\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wohnh\u00e4user und \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude mit weniger Sch\u00e4den<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wohnh\u00e4user waren von den Zerst\u00f6rungen nicht so stark betroffen wie die landwirtschaftlichen Geb\u00e4ude, da die Einwohner meist zuerst die Brand- und Phosphorbomben in ihren Wohnh\u00e4usern l\u00f6schten, ehe sie sich den Nebengeb\u00e4uden widmeten. Des Weiteren wurde beim Bau der Wohnh\u00e4user weniger Holz verwendet als dies bei den Hallen, St\u00e4llen und Scheunen der Fall war.<\/p>\n\n\n\n<p>Agnes Duelli beziffert die in Mitleidenschaft gezogenen Wohnh\u00e4user auf zw\u00f6lf St\u00fcck. Auch hier gibt eine Aufstellung der Sch\u00e4den genauere Auskunft. So blieben von sechs Wohngeb\u00e4uden nur die Au\u00dfenmauern erhalten, von drei zus\u00e4tzlich noch die Innenmauern. Bei einem Wohngeb\u00e4ude wurde der Dachstuhl komplett zerst\u00f6rt, bei einem anderen nur teilweise, bei einem weiteren Wohngeb\u00e4ude gab es nur einen Zimmerbrand.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Wohnungsz\u00e4hlung von Ende 1945 zeigt auf, wie sich die zerst\u00f6rten Geb\u00e4ude auf den f\u00fcr Heidenfeld verf\u00fcgbaren Wohnraum auswirkten. So wird hier von acht zerst\u00f6rten, zwei momentan unbewohnten Wohnungen, deren Schaden aber durch eine Reparatur zu beheben ist, gesprochen. 44 Wohnungen waren zwar bewohnt aber noch nicht vollst\u00e4ndig repariert, also noch reparaturbed\u00fcrftig, und 82 bewohnt und nicht reparaturbed\u00fcrftig Wohnungen. Die hohen Zahlen bei dieser Wohnungsz\u00e4hlung im Verh\u00e4ltnis zu den Angeben der Aufnahme der Bombengsch\u00e4den ist wohl damit zu erkl\u00e4ren, dass bei dieser Auflistung auch kleinere Sch\u00e4den ber\u00fccksichtig wurden, welche bei der anderen Auflistung nicht aufgenommen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude waren von den Bombenangriffen betroffen. Da aber nur wenige \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude in Heidenfeld existierten, gibt es hier nicht viele Sch\u00e4den aufzulisten. Das Pfarrhaus allerdings brannte vollst\u00e4ndig ab , die Kirche nahm nur einen kleinen Schaden, da sie nach einem Bombentreffer von Pfarrer Nickel gel\u00f6scht wurde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausf\u00e4lle in der Strom- und Wasserversorgung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Heidenfelder Infrastruktur wurde vom Krieg in Mitleidenschaft gezogen.<br>Zwar gab es in Heidenfeld keine asphaltierten Stra\u00dfen, aber Stromnetz und Wasserleitungen waren vorhanden.<br>Die Stromversorgung war nach Agnes Duelli nur wenig vom Krieg zerst\u00f6rt, es gab &#8222;<em>nur kurze Stromausf\u00e4lle<\/em>&#8220; . Die Wasserleitungen hingegen waren st\u00e4rker betroffen. Da die Wasserleitung nach Heidenfeld \u00fcber die Mainbr\u00fccke zwischen Grafenrheinfeld und Bergrheinfeld verlief, und diese im April 1945 zerst\u00f6rt wurde gab es zeitweise kein Anbindung an die Wasserversorgung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heidenfeld wurde in der Nacht vom 24. Februar 1944 auf den 25. 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